Kurz gesagt: Ein Luftreiniger entfernt Staub aus der Luft – nicht vom Schreibtisch. Er reduziert die Konzentration schwebender Partikel und damit auch die Menge an Staub, die sich neu absetzt. Wer ihn richtig auslegt, achtet auf drei Dinge: Filterklasse, CADR und Luftwechsel pro Stunde. Alles andere ist Nebenschauplatz.
Luftreiniger gegen Staub: Was funktioniert wirklich?
Die häufigste Enttäuschung mit Luftreinigern entsteht aus einer falschen Erwartung. Staub, den man sieht, liegt bereits auf Oberflächen – auf Aktenschränken, Fensterbänken, Bildschirmrahmen. Dieser sedimentierte Staub wird von keinem Luftreiniger erfasst, unabhängig von Preis, Filterklasse oder Leistung. Ein Luftreiniger arbeitet ausschließlich mit dem Anteil, der sich gerade in der Luft befindet.
Das ist keine Einschränkung, sondern der eigentliche Nutzen. Denn genau dieser luftgetragene Anteil ist der gesundheitlich relevante: Er wird eingeatmet, er verteilt sich über den gesamten Raum, und er ist die Quelle für die Staubschicht von morgen. Wer die Partikelkonzentration in der Luft dauerhaft senkt, senkt auch die Rate, mit der sich Staub neu absetzt.
Realistisch formuliert leistet ein gut dimensionierter Luftreiniger drei Dinge:
- Er senkt die Konzentration einatembarer Partikel im Aufenthaltsbereich.
- Er verlangsamt die Neubildung sichtbarer Staubschichten.
- Er reduziert Spitzenbelastungen – etwa nach dem Staubsaugen, bei geöffnetem Fenster an einer Hauptverkehrsstraße oder in Räumen mit hoher Personenfluktuation.
Wichtig: Was er nicht leistet: Er ersetzt weder die Reinigung noch die Lüftung. Das Umweltbundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass mobile Luftreiniger die Raumluft lediglich umwälzen und die notwendige Außenluftzufuhr nicht ersetzen – Kohlendioxid und Feuchte bleiben im Raum. Ein Luftreiniger ist eine Ergänzung zur Lüftung, keine Alternative.
Wie entfernt ein Luftreiniger Staub aus der Luft?
Die Funktionsweise eines Luftreinigers lässt sich auf eine einfache Kette reduzieren:
Entscheidend ist, dass jeder dieser Schritte für das Gesamtergebnis zählt – ein exzellenter Filter in einem Gerät mit zu geringem Volumenstrom bleibt wirkungslos.

Die typischen Stufen im Aufbau
- Vorfilter (Grobstaub): Fängt Haare, Textilfasern, Papierabrieb und große Partikel ab. Er ist waschbar oder günstig austauschbar und schützt die teure HEPA-Stufe vor vorzeitiger Beladung. In Büros mit Teppichboden ist diese Stufe der eigentliche Kostenhebel.
- Aktivkohlestufe (optional): Adsorbiert Gerüche und flüchtige organische Verbindungen. Für Staub selbst irrelevant – aber in Räumen mit Druckern, Reinigungsmitteln oder frischen Einbauten sinnvoll.
- HEPA-Stufe: Der eigentliche Partikelabscheider. Hier wird der überwiegende Teil der Fein- und Feinststäube zurückgehalten.
- Ventilator und Luftauslass: Erzeugt den Volumenstrom und bestimmt, wie weit die gereinigte Luft in den Raum getragen wird.
Mehr zum Zusammenspiel der Stufen finden Sie in unserer Übersicht zum Luftreinigungssystem und zur Filterlösung.
Warum ein HEPA-Filter kein Sieb ist
Ein weit verbreiteter Irrtum: Der Filter halte Partikel zurück, die größer als seine Poren sind. Tatsächlich wirken in einem Faserfilter vier Mechanismen gleichzeitig – Siebeffekt, Sperreffekt, Trägheitsabscheidung und Diffusion. Große Partikel werden durch Trägheit abgeschieden, sehr kleine Partikel durch ihre eigene Zufallsbewegung, die sie in die Fasern trägt.
Daraus folgt etwas Kontraintuitives: Ein HEPA-Filter ist bei sehr kleinen Partikeln wieder besser als im mittleren Bereich. Am schwierigsten ist die Größe, bei der beide Effekte schwach sind – die sogenannte MPPS (Most Penetrating Particle Size), typischerweise im Bereich 0,1 bis 0,3 µm. Genau auf diese ungünstigste Größe bezieht sich die HEPA-Klassifizierung nach EN 1822. Der angegebene Abscheidegrad ist damit der Worst Case, nicht der Bestwert.
Der Raum ist Teil des Systems
Ein Gerät reinigt nicht „den Raum“, sondern die Luft, die es tatsächlich erreicht. Steht es in einer Ecke, hinter einem Sideboard oder mit Auslass gegen die Wand, entsteht ein Kurzschluss: Die gereinigte Luft wird sofort wieder angesaugt, während die gegenüberliegende Raumhälfte unbehandelt bleibt. In der Praxis ist die Platzierung häufig der größere Hebel als die Filterklasse.
Welche Arten von Staub können Luftreiniger reduzieren?
„Staub“ ist kein einheitlicher Stoff, sondern ein Sammelbegriff für Partikel sehr unterschiedlicher Größe und Herkunft. Die Größe entscheidet darüber, wie lange ein Partikel in der Luft bleibt – und damit, ob ein Luftreiniger ihn überhaupt erfassen kann.

| Staubart | Typische Größe | Herkunft | Durch Luftreiniger erfassbar |
|---|---|---|---|
| Hausstaub (grob) | > 10 µm | Textilfasern, Hautschuppen, Papierabrieb | Teilweise – sinkt schnell ab, nur im aufgewirbelten Zustand erfassbar |
| PM10 | ≤ 10 µm | Außenluft, Aufwirbelung, Abrieb | Ja |
| PM2,5 (Feinstaub) | ≤ 2,5 µm | Verkehr, Verbrennung, Außenluft | Ja – Hauptanwendungsfall |
| Ultrafeine Partikel | < 0,1 µm | Laserdrucker, Kochprozesse, Verbrennung | Ja, mit HEPA H13/H14 |
| Pollen | 10–100 µm | Außenluft, Kleidung | Ja, im schwebenden Zustand |
| Milbenallergene | 10–40 µm | Textilien, Polster, Teppich | Nur der aufgewirbelte Anteil |
| Prozess- und Schleifstaub | stark variabel, hohe Massenkonzentration | Fertigung, Holz-, Metallbearbeitung | Nein – erfordert Erfassung an der Entstehungsstelle |
Zwei Präzisierungen sind fachlich wichtig:
Erstens: Große Partikel wie Hausstaub oder Pollen sedimentieren schnell. Ein Luftreiniger erfasst sie nur, solange sie schweben. In stark textil geprägten Räumen ist die Kombination aus HEPA-Staubsauger und Luftreiniger deutlich wirksamer als der Luftreiniger allein.
Zweitens: Feinstaub ist in vielen Innenräumen kein Innenraumproblem, sondern ein importiertes. Die EU hat die Grenzwerte mit der Luftqualitätsrichtlinie (EU) 2024/2881 deutlich verschärft – ab dem 1. Januar 2030 sinkt der Jahresmittelwert für PM10 von 40 auf 20 µg/m³ und für PM2,5 von 25 auf 10 µg/m³. Für Objekte an stark befahrenen Lagen ist die Filterung der eingebrachten Außenluft damit ein absehbar wachsendes Thema.
HEPA H13 oder H14 – welcher Filter ist für Staub geeignet?
Die Filterklassen sind in EN 1822-1 definiert und beziehen sich auf den Abscheidegrad bei der MPPS:
| Klasse | Bezeichnung | Abscheidegrad (integral, bei MPPS) | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| E11 | EPA | ≥ 95 % | Vorabscheidung, RLT-Anlagen |
| E12 | EPA | ≥ 99,5 % | Vorabscheidung, einfache Geräte |
| H13 | HEPA | ≥ 99,95 % | Büro, Gewerbe, Schulen, Praxen, Premium-Wohnbereich |
| H14 | HEPA | ≥ 99,995 % | Anspruchsvolle Innenräume, gesundheitsnahe Anwendungen |
| U15–U17 | ULPA | ≥ 99,9995 % | Halbleiter- und Reinraumtechnik |
Warum „H14 ist besser“ zu kurz greift
Der Sprung von H13 auf H14 verbessert den Abscheidegrad je Durchgang von 99,95 % auf 99,995 %. Bezogen auf Staub in einem Büro ist der praktische Unterschied gering – beide Klassen entfernen praktisch alles, was den Filter erreicht. Der relevante Unterschied liegt woanders: im Druckverlust.
Eine höhere Filterklasse bedeutet dichteres Medium, höheren Widerstand und damit bei gleicher Ventilatorleistung einen geringeren Volumenstrom. Weniger Volumenstrom heißt weniger gereinigte Luft pro Stunde. Um das auszugleichen, muss der Ventilator schneller drehen – was Schallpegel und Leistungsaufnahme erhöht.
Deshalb gilt: Die entscheidende Größe ist nicht die Filterklasse allein, sondern das Produkt aus Volumenstrom und Abscheidegrad. Ein H13-Gerät mit 800 m³/h liefert deutlich mehr saubere Luft als ein H14-Gerät, das im leisen Dauerbetrieb nur 300 m³/h schafft.
Die Klassenwahl ist damit eine Frage der Produktpositionierung und der Anwendung, nicht eine Frage von „gut“ und „besser“. H13 ist für Büro-, Gewerbe- und Bildungsanwendungen die übliche und sachgerechte Wahl. H14 kommt dort zum Tragen, wo das Anwendungsumfeld oder die Positionierung des Endprodukts es verlangt – etwa in gesundheitsnahen Bereichen. Beide Optionen sind auf unserer HEPA H13/H14 Filtrationsplattform konfigurierbar.
Wie man einen Filterprüfbericht liest
Dies ist der Abschnitt, der in der Beschaffung den größten Unterschied macht – und der von den meisten Anbietern nicht beantwortet werden kann. Bei jedem HEPA-Angebot sollten vier Punkte geklärt sein:
- Prüfnorm. Belastbar sind Prüfungen nach EN 1822-1 bzw. EN ISO 29463. Formulierungen wie „HEPA-artig“, „HEPA-Typ“ oder „HEPA-Standard“ sind keine Klassifizierung und sagen nichts aus.
- Prüfaerosol. Prüfungen werden je nach Labor und Auftrag mit unterschiedlichen Aerosolen durchgeführt, etwa DEHS oder KCl. Ergebnisse aus Prüfungen mit unterschiedlichen Aerosolen sind nicht direkt vergleichbar. Wer zwei Angebote gegenüberstellt, sollte prüfen, ob überhaupt dasselbe gemessen wurde.
- Prüfvolumenstrom und Druckdifferenz. Ein Abscheidegrad ohne zugehörigen Volumenstrom ist wertlos, weil beide Größen zusammenhängen. Die im Bericht ausgewiesene Druckdifferenz zeigt, welchen Widerstand der Filter dem Gerät entgegensetzt – und damit, wie viel Luftleistung am Ende übrig bleibt.
- Prüfbericht oder Klassifizierung? Viele Laborberichte weisen gemessene Abscheidegrade aus, ohne eine Filterklasse zu bescheinigen – im Bericht steht dann sinngemäß, dass es sich um ein Prüfergebnis ohne Beurteilung handelt. Das ist fachlich korrekt und völlig üblich, bedeutet aber: „Prüfbericht vorhanden“ ist nicht dasselbe wie „klassifiziert“. Fragen Sie gezielt nach, was vorliegt.
Ein fünfter Punkt betrifft nicht den Filter, sondern das Gerät: Der Dichtsitz entscheidet mit. Ein H14-Filter in einem undicht ausgeführten Filterfach liefert im Betrieb die Leistung einer deutlich niedrigeren Klasse. Umlaufende Dichtung und definierter Anpressdruck sind Konstruktionsmerkmale, keine Nebensache. Für die Vorfilterstufe ist zusätzlich die Klassifizierung nach ISO 16890 (ePM10 / ePM1) relevant; sie hat die frühere EN 779 abgelöst.
Wie wichtig ist CADR bei einem Luftreiniger gegen Staub?
CADR steht für Liefermenge an sauberer Luft und beschreibt, wie viel partikelfreie Luft ein Gerät pro Stunde tatsächlich liefert – angegeben in m³/h. Vereinfacht:
CADR ≈ Volumenstrom × systemwirksamer Abscheidegrad
Damit ist CADR die einzige Kennzahl, die Filterleistung und Luftmenge zusammenführt. Der reine Nennvolumenstrom eines Geräts ist nicht die CADR – er sagt nichts darüber aus, wie viel davon gereinigt ankommt.

Von CADR zum Luftwechsel
Für die Auslegung zählt nicht die absolute CADR, sondern ihr Verhältnis zum Raumvolumen:
Luftwechselrate (ACH) = CADR ÷ Raumvolumen
Ein Gerät mit 600 m³/h CADR erreicht in einem Raum mit 150 m³ vier Luftwechsel pro Stunde – in einem Großraumbüro mit 600 m³ nur einen. Dieselbe Geräteangabe bedeutet also völlig unterschiedliche Wirksamkeit.
Warum Flächenangaben in m² irreführen können
Herstellerangaben wie „geeignet für 55–95 m²“ sind üblich und für sich genommen nicht falsch – man muss nur wissen, worauf sie sich beziehen. Solche Bereiche unterstellen in der Regel eine Standardraumhöhe und eine Luftwechselrate von etwa drei Luftwechseln pro Stunde am oberen Ende und rund fünf am unteren Ende der angegebenen Fläche.
Das ist für normale Büro- und Wohnsituationen ein sinnvoller Ansatz. Wer jedoch höhere Anforderungen hat – hohe Personendichte, verkehrsnahe Lage, Publikumsverkehr, erhöhte Staublast – rechnet besser direkt über das Volumen und legt auf vier bis sechs Luftwechsel aus. Für eine Einordnung: Das Umweltbundesamt fordert für den Einsatz mobiler Luftreiniger in Klassenräumen eine Reinigungsleistung von mindestens dem Sechsfachen des Raumvolumens pro Stunde; bei 200 m³ Raumvolumen entspricht das mindestens 1.200 m³/h.
Die praktische Konsequenz: Rechnen Sie Flächenangaben immer in Luftwechsel um. Dann wissen Sie, ob ein Gerät für Ihre Anforderung passt – und ob zwei kleinere Geräte die bessere Lösung sind als ein großes.
Der wichtigste Praxisvorbehalt
CADR-Angaben beziehen sich fast immer auf die höchste Gebläsestufe und auf einen neuen Filter. Beides ist im Dauerbetrieb nicht die Realität: Die höchste Stufe ist der lauteste Betriebspunkt, und ein beladener Filter liefert weniger Volumenstrom.
Die belastbarere Frage an jeden Anbieter lautet deshalb nicht „Wie hoch ist die CADR?“, sondern: „Wie hoch ist die CADR bei höchstens 40 dB(A)?“ Dieser Wert entscheidet darüber, ob das Gerät in einem besetzten Büro tatsächlich durchläuft – oder ob es aus Lärmgründen heruntergeregelt wird und damit wirkungslos bleibt.
Hinweis zur Vergleichbarkeit: CADR wird unter anderem nach AHAM AC-1 und GB/T 18801 geprüft; ein einheitlich verbindliches europäisches Prüfverfahren für Raumluftreiniger existiert nicht. Beim Vergleich zweier Geräte sollte immer geprüft werden, nach welchem Verfahren und für welche Partikelfraktion gemessen wurde.
Luftreiniger fürs Büro: Was sollte man beachten?
Im Büro ist Staub selten spektakulär, aber konstant. Die Quellen sind bekannt: Teppichböden und Polstermöbel, Papier und Aktenordner, Laserdrucker, Kleidung und Personenbewegung, dazu die über Fenster und Lüftung eingetragene Außenluft. Die Belastung ist selten hoch, dafür ganztägig und dauerhaft.

Schallpegel: das entscheidende Auswahlkriterium
Ein Luftreiniger im Büro wird nur dann Wirkung entfalten, wenn er durchläuft. Und er läuft nur durch, wenn ihn niemand als störend empfindet. Die Arbeitsstättenregel ASR A3.7 nennt für überwiegend geistige Tätigkeiten einen Beurteilungspegel von maximal 55 dB(A) – dieser Wert umfasst allerdings sämtliche Geräuschquellen im Raum, inklusive Gesprächen, Technik und Außenlärm.
Ein einzelnes Dauergeräusch sollte deshalb deutlich darunter liegen. Als praktischer Zielwert hat sich maximal 40 dB(A) im Dauerbetrieb bewährt. Achten Sie beim Vergleich darauf, welche Größe angegeben wird: Schalldruckpegel (üblicherweise in 1 m Abstand gemessen) und Schallleistungspegel sind unterschiedliche Kennwerte und unterscheiden sich bei demselben Gerät typischerweise deutlich.
Wichtig ist außerdem die Geräuschcharakteristik: Ein breitbandiges, gleichmäßiges Rauschen wird weit weniger störend wahrgenommen als ein tonales Ventilatorgeräusch mit ausgeprägter Drehklangkomponente – selbst bei identischem Pegel. Wie sich das konstruktiv lösen lässt, beschreiben wir unter Ultra-Quiet Airflow Design und Decibel Cancellation™.
Weitere Kriterien für den Bürobetrieb
- Dauerbetrieb statt Bedarfsbetrieb: Geräte, die auf Knopfdruck kurz hochlaufen, senken keine Grundbelastung. Sinnvoll ist ein leiser Grundbetrieb mit automatischer Anhebung bei erhöhter Partikelkonzentration – das setzt eine Partikelmessung im Gerät voraus.
- Stellfläche: Bodengeräte belegen 0,2 bis 0,4 m² und werden erfahrungsgemäß verschoben, zugestellt oder in Ecken gedrängt. Wandmontierte Geräte lösen dieses Problem konstruktiv.
- Platzierung: Freie Ansaugung, Auslass in den Raum hinein, Abstand zu Wänden und Möbeln. Nicht direkt neben Fenster oder Tür – dort wird die gereinigte Luft sofort abgeführt.
- Personendichte: Mehr Personen bedeuten mehr Aufwirbelung, mehr Faserabrieb und mehr Türöffnungen. Bei hoher Belegung sollte am oberen Ende des ACH-Korridors ausgelegt werden.
- Wartung: Werkzeugloser Filterwechsel, klar zugängliche Filterfächer, eindeutige Filterkennzeichnung. Bei mehreren Geräten pro Etage entscheidet dies über die tatsächlichen Betriebskosten.
- Filterstandzeit: Eine Anzeige nach Betriebsstunden ist eine Schätzung. Aussagekräftiger sind Filterkonzepte mit hoher Staubspeicherfähigkeit und dokumentierter Standzeit unter realer Belastung – siehe Extended-Life Filter System.
- Kein Ersatz für Lüftung: Ein Luftfilter im Büro entfernt Partikel, kein CO₂. Bei hoher Belegung bleibt Außenluftzufuhr zwingend.
Ein Praxisbeispiel für die Kombination aus Wand- und Deckengeräten in einer Büroumgebung finden Sie in unserer Fallstudie zu Büroflächen eines Fortune-500-Arbeitgebers sowie in der Anwendungsübersicht Offices & Workspaces.
Professionelle Luftreiniger für Gewerbe und Industrie
Der Begriff „professionelle Luftreiniger“ wird uneinheitlich verwendet. Sinnvoll unterscheidet man ihn nicht über die Leistung, sondern über die Betriebsanforderungen: Dauerbetrieb, robustes Gehäuse, wartbare und einzeln tauschbare Filterstufen, dokumentierte Filterprüfung sowie – bei größeren Beständen – Fernüberwachung und Flottenmanagement.
Typische Einsatzbereiche: Großraumbüros und Empfangsbereiche, Praxen und Wartezonen, Hotellerie, Bildungseinrichtungen, Verkaufsflächen, Lager- und Logistikflächen sowie produktionsnahe Nebenbereiche wie Messräume, Verpackung oder Qualitätssicherung.

Drei Ebenen der Staubminderung – sie ersetzen einander nicht
In gewerblichen und industriellen Umgebungen greifen drei unterschiedliche Ebenen ineinander. Sie werden in der Praxis häufig verwechselt, was zu Fehlinvestitionen führt.
| Ebene | Aufgabe | Technik |
|---|---|---|
| 1. Erfassung an der Quelle | Prozessstaub abführen, bevor er in den Raum gelangt | Absaugung, Erfassungselemente, Entstauber |
| 2. Zentrale Luftaufbereitung | Zuluft und Umluft der RLT-Anlage filtern | HVAC- und Industriefilterelemente nach ISO 16890 |
| 3. Raumluftreinigung | Verbleibende luftgetragene Partikel im Aufenthaltsbereich senken | Boden-, Wand- oder Deckengeräte mit HEPA-Stufe |
Hier ist eine klare Aussage wichtiger als ein Verkaufsargument: Ebene 3 ersetzt Ebene 1 nicht. Bei Schleifen, Sägen, Schneiden, Schweißen oder beim Umgang mit Schüttgut entstehen Staubmengen in einer Größenordnung, die ein Umluftgerät nicht bewältigen kann. Der Arbeitsschutz folgt hier dem STOP-Prinzip: zuerst Substitution, dann technische Maßnahmen – und die vorrangige technische Maßnahme ist die Erfassung des Staubs am Entstehungsort, nicht seine Verdünnung im Raum. Die maßgeblichen allgemeinen Staubgrenzwerte nach TRGS 900 liegen bei 1,25 mg/m³ für die alveolengängige Fraktion (A-Staub) und 10 mg/m³ für die einatembare Fraktion (E-Staub).
Hinzu kommt der Explosionsschutz. Holzstaub, viele Metallstäube, Mehl, Zucker und zahlreiche Kunststoffstäube sind brennbar und in bestimmten Konzentrationen explosionsfähig. Für solche Anwendungen sind gerätetechnisch andere Lösungen erforderlich – Entstauber mit entsprechender Staubklasse und ATEX-Konformität. Ein Raumluftreiniger für Büro und Gewerbe ist dafür weder gebaut noch zugelassen.
Für Ebene 2 – die Filterelemente in raumlufttechnischen Anlagen und industriellen Systemen – bieten wir separate Produktlinien an: HVAC-Filter und Industriefilter.
Wo Raumluftreinigung in industriellen Umgebungen sinnvoll ist
- Als ergänzende Maßnahme für die Reststaubbelastung, die trotz Absaugung im Raum verbleibt.
- Unter produktionsnahen Bereichen ohne eigene Staubquelle, die aber durch Lufttransfer aus der Fertigung belastet werden.
- Unter Lager- und Kommissionierzonen, in denen Aufwirbelung durch Flurförderzeuge dominiert.
- Unter Qualitätssicherung, Verpackung und Montage, wo Partikelniederschlag auf Produktoberflächen ein Ausschussrisiko darstellt.
Für die Auslegung in diesen Bereichen gilt dieselbe Logik wie im Büro – nur mit höheren Zielwerten für den Luftwechsel und deutlich kürzeren Filterstandzeiten.
Boden-, Wand- oder Decken-Luftreiniger?
Die Bauform bestimmt nicht die Reinigungsleistung, aber sie entscheidet über Luftführung, Integration und Betriebssicherheit im Alltag.

| Bodengerät | Wandgerät | Deckengerät | |
|---|---|---|---|
| Stellfläche | 0,2–0,4 m² | keine | keine |
| Einrichtung | Steckdose, sofort einsatzbereit | Wandmontage, Steckdose oder Festanschluss | Festinstallation, ggf. Abhängung |
| Luftführung | Ansaugung bodennah, Auslass nach oben | Ansaugung und Auslass oberhalb der Aufenthaltszone | Verteilung von oben, große Reichweite |
| Vorfilterbelastung | Hoch – bodennah höchste Grobstaubdichte | Moderat | Niedrig |
| Flexibilität | Hoch, versetzbar | Gering nach Montage | Sehr gering |
| Manipulationssicherheit | Niedrig – wird verschoben, zugestellt, ausgeschaltet | Hoch | Sehr hoch |
| Wartungszugang | Sehr einfach | Einfach, in Griffhöhe planbar | Aufwendig – Leiter oder Hubarbeitsbühne |
| Geeignet für | Einzelbüro, wechselnde Nutzung, Pilotbetrieb | Flure, Klassenräume, Praxen, Großraumbüro, Verkaufsflächen | Hohe Räume, große Flächen, Neubau und Sanierung |
In der Praxis gilt: Für einzelne Räume und für Testinstallationen ist das Bodengerät die pragmatische Wahl. Sobald ein Bestand systematisch ausgestattet wird – mehrere Etagen, definierte Betriebszeiten, geplante Wartungszyklen – gewinnen wandmontierte Geräte, weil sie keine Fläche belegen und im Betrieb nicht verstellt oder abgeschaltet werden. Deckengeräte spielen ihre Stärke bei großen, hohen Flächen aus, verlangen aber eine frühe Einbindung in die Gebäudeplanung.
Wie wählt man die richtige Luftreinigungsleistung?
Die Auslegung folgt vier Schritten. Keiner davon erfordert Spezialsoftware.

Schritt 1: Raumvolumen bestimmen
Grundfläche × lichte Raumhöhe. Beispiel: 80 m² × 2,70 m = 216 m³.
Schritt 2: Ziel-Luftwechsel festlegen
| Situation | Ziel-Luftwechsel (ACH) |
|---|---|
| Einzelbüro, geringe Belegung, ruhige Lage | 3 |
| Großraumbüro, normale Belegung | 4 |
| Hohe Personendichte, verkehrsnahe Lage, Publikumsverkehr | 5–6 |
| Produktionsnahe Bereiche, erhöhte Staublast | 6–8 |
Schritt 3: Erforderliche CADR berechnen
Raumvolumen × Ziel-ACH = erforderliche CADR
| Ziel-ACH | Erforderliche CADR (216 m³) | Typische Umsetzung |
|---|---|---|
| 3 | 648 m³/h | ein leistungsstarkes Standgerät |
| 4 | 864 m³/h | ein großes Gerät im oberen Betriebsbereich |
| 5 | 1.080 m³/h | zwei mittlere Geräte, gleichmäßig verteilt |
| 6 | 1.296 m³/h | zwei große oder drei mittlere Geräte |
Schritt 4: Reserve einplanen und aufteilen
Auf den berechneten Wert gehören 20 bis 30 % Reserve – für Filterbeladung und dafür, dass das Gerät nicht dauerhaft auf Maximalstufe laufen soll.
Die Aufteilung auf mehrere Geräte ist in den meisten Fällen die bessere Lösung: Sie erreichen den Raum gleichmäßiger, laufen jeweils in einem leiseren Betriebspunkt und bleiben bei Ausfall oder Filterwechsel eines Geräts teilweise wirksam.
Häufige Auslegungsfehler
- Flächenangaben ungeprüft übernommen: Ohne Raumhöhe und ohne unterstellte Luftwechselrate ist eine m²-Angabe nicht interpretierbar. Bei 3,50 m Höhe ist dieselbe Fläche ein um 30 % größeres Volumen.
- Nennvolumenstrom mit CADR verwechselt.
- Auslegung auf Maximalstufe, obwohl das Gerät im Betrieb aus Lärmgründen auf einer niedrigen Stufe läuft.
- Offene Raumverbindungen ignoriert: Ein Großraum mit dauerhaft offenen Nebenzonen hat ein größeres wirksames Volumen als der Grundriss suggeriert.
Häufige Fragen (FAQ)
Hilft ein Luftreiniger gegen Staub?
Ja – gegen den Anteil, der sich in der Luft befindet. Ein richtig dimensionierter Luftreiniger senkt die Konzentration schwebender Partikel und verlangsamt damit auch die Neubildung von Staubschichten. Bereits abgesetzten Staub auf Möbeln und Böden entfernt er nicht; dafür bleibt Reinigung erforderlich.
Welcher Luftreiniger ist am besten gegen Staub?
Der, dessen CADR zum Raumvolumen passt und der im Dauerbetrieb leise genug ist, um nicht abgeschaltet zu werden. Konkret: eine HEPA-Stufe nach EN 1822 (H13 genügt in den meisten Fällen), ein vorgelagerter Grobstaubfilter und eine CADR, die den benötigten Luftwechsel bei einem realistischen – nicht dem maximalen – Betriebspunkt ermöglicht.
Reduziert ein HEPA-Filter Hausstaub?
Ja, aber nur den aufgewirbelten Anteil. Hausstaubpartikel sind vergleichsweise groß und sinken schnell ab. Wirksam wird die Kombination: HEPA-Luftreiniger im Dauerbetrieb plus Staubsauger mit HEPA-Abluftfilter, damit beim Saugen nicht neu aufgewirbelt wird.
Wie oft sollte der Filter gewechselt werden?
Das hängt von der Staublast ab, nicht vom Kalender. Als Orientierung: Vorfilter alle ein bis drei Monate reinigen oder tauschen, HEPA-Filter je nach Belastung nach sechs bis zwölf Monaten, Aktivkohle nach drei bis sechs Monaten. In staubintensiven Umgebungen können die Intervalle deutlich kürzer ausfallen. Filterkonzepte mit hoher Staubspeicherfähigkeit verlängern die Standzeit spürbar.
Welcher Luftreiniger eignet sich für Büros?
Ein Gerät, das für Dauerbetrieb ausgelegt ist, im normalen Betriebspunkt möglichst unter 40 dB(A) bleibt und dessen Filter ohne Werkzeug zugänglich sind. Bei mehreren Räumen oder Etagen sind wandmontierte Geräte meist die bessere Wahl: Sie belegen keine Stellfläche und werden im Alltag nicht verschoben oder zugestellt.
Kann ein Luftreiniger Industriestaub entfernen?
Nur teilweise – und nie als Ersatz für eine Erfassung an der Entstehungsstelle. Bei Prozessen mit hoher Staubentstehung ist die Absaugung an der Quelle die vorrangige technische Maßnahme; ein Raumluftreiniger kann ergänzend die Reststaubbelastung senken. Bei brennbaren oder explosionsfähigen Stäuben sind Standard-Raumluftreiniger grundsätzlich nicht geeignet; hier sind Entstauber mit passender Staubklasse und ATEX-Konformität erforderlich.
Luftreinigung mit HisoAir umsetzen
HisoAir entwickelt und fertigt Luftreinigungssysteme für Marken- und Projektkunden weltweit – als OEM, ODM, JDM und Private Label. Das Kern-Engineering- und Fertigungsteam bringt über 20 Jahre Erfahrung in der Luftbehandlung mit. Produziert wird an Standorten in China, Vietnam und Thailand.
Für Staubanwendungen relevant:
- Filtrierung: konfigurierbare HEPA-Plattformen in H13 und H14, kombinierbar mit Vorfilter, Aktivkohle und funktionalen Filterlagen. Prüfungen nach EN 1822-1 und EN ISO 29463 liegen für die HEPA-Stufen vor – vollständige Prüfberichte stellen wir im Projektkontext bereit.
- Schallpegel: Unsere Wand- und Standgeräte arbeiten in der niedrigsten Stufe ab etwa 20 dB(A), im Automatikbetrieb typischerweise bei rund 30 dB(A) und in der höchsten Stufe bei etwa 50 dB(A) (Schalldruckpegel, gemessen in 1 m Abstand; Werte modellabhängig). Der Automatikbetrieb liegt damit deutlich unter dem für Büros empfohlenen Zielwert von 40 dB(A).
- Bauformen: Boden-, Wand- und Deckengeräte auf gemeinsamer Luftführungsplattform – dieselbe Filterlogik in drei Integrationsvarianten.
Projekt konkret auslegen?
Wenn Sie eine Ausschreibung, ein Objekt oder eine Produktlinie konkret auslegen möchten: Nennen Sie uns Raumvolumen, Ziel-Luftwechsel und den zulässigen Schallpegel – wir rechnen die passende Konfiguration durch und legen die zugehörigen Prüfunterlagen offen.
Hinweis zur Unternehmensstruktur: HisoAir wird betrieben von Dongguan Hiso Technology Co., Ltd. Prüfberichte für Filtermedien werden teilweise von der Konzerngesellschaft Shenzhen Hiso Medical Technology Co., Ltd. gehalten. Beide Gesellschaften gehören zur selben Unternehmensgruppe.












